Das Medizinstudium

Das Studium der Medizin ist die Ausbildung künftiger Ärzte an einer Universität oder Hochschule. Es umfasst sowohl die Aneignung der notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen als auch berufspraktische Komponenten. Ein erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium ist jedoch für eine Tätigkeit als Arzt in Deutschland allein nicht ausreichend. Vielmehr ist es Voraussetzung, um die Approbation erhalten zu können, die wiederum zur Ausübung des Arztberufs berechtigt. Anschließend folgt in der Regel jedoch noch eine mehrjährige Weiterbildung zur Erlangung des Facharzttitels. Erst wer diese Qualifikation erworben hat, kann sich als Vertragsarzt niederlassen und in seiner Praxis Patienten der gesetzlichen Krankenkassen behandeln.

Lesende Medizinstudentin

Was beinhaltet das Medizinstudium in Deutschland?

Das Medizinstudium unterteilt sich in Deutschland in mehrere Abschnitte. Den Anfang bildet dabei der vorklinische Teil, bei dem die Vermittlung der naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Grundlagen im Fokus steht. Die Studierenden lernen dabei den menschlichen Körper sowie dessen Aufbau und Funktion im Normalzustand kennen und verstehen. Zum Curriculum gehören beispielsweise Fächer wie Biologie, Chemie, Physik, Biochemie, Molekularbiologie, Physiologie, Anatomie, ein Präparierkurs, ein Wahlfach sowie ein Krankenpflegepraktikum und eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Am Ende des vorklinischen Teils folgt dann das „erste Staatsexamen“, wie der erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung meist kurz genannt wird. Krankheiten und deren Heilung spielen in der Vorklinik noch keine Rolle, sondern sind erst Gegenstand des anschließenden Klinischen Teils des Medizinstudiums. Dieser umfasst die Vermittlung von Kenntnissen aus medizinischen Fachgebieten wie Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Arbeits- und Sozialmedizin, Augenheilkunde, Chirurgie, Dermatologie und Venerologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin, Kinderheilkunde, Neurologie, Orthopädie, Pathologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Rechtsmedizin sowie Urologie. Hinzu kommen Fächer wie Humangenetik, Hygiene, Mikrobiologie und Virologie, Klinische Chemie, Laboratoriumsdiagnostik, Pharmakologie und Toxikologie sowie verschiedene Querschnittsbereiche.

Beispielhafte Universitätsbibliothek

Der Übergang zur Praxis

Begleitend zum Klinischen Teil müssen die Studierenden bis zum Beginn des Praktischen Jahres in den unterrichtsfreien Zeiten die sogenannte Famulatur ableisten. Sie umfasst insgesamt vier Monate und dient dazu, den angehenden Medizinern einen Einblick in die ärztliche Patientenversorgung zu vermitteln. Zu diesem Zweck müssen mindestens zwei Monate in einem Krankenhaus und mindestens ein Monat in einer ärztlich geleiteten Einrichtung der ambulanten Krankenversorgung oder in einer geeigneten Arztpraxis abgeleistet werden. Das letzte Jahr des Medizinstudiums, das auf das bestandene Zweite Staatsexamen folgt, ist das sogenannte Praktische Jahr. Es unterteilt sich in drei Ausbildungsabschnitte von jeweils 16 Wochen Dauer. Dazu gehören die Innere Medizin, die Chirurgie sowie die Allgemeinmedizin oder eines der anderen klinisch-praktischen Fachgebiete. Anschließend folgt dann das Dritte Staatsexamen beziehungsweise der dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, nach dessen Bestehen die Approbation erteilt werden kann.

Für wen ist das Medizinstudium geeignet?

Ein Medizinstudium ist für alle diejenigen geeignet, die sich ernsthaft für eine spätere Tätigkeit als Arzt oder Ärztin interessieren. Dabei muss es sich nicht zwingend um eine die Arbeit in einer Klinik oder einer Arztpraxis handeln, denn auch in verschiedenen Behörden und wissenschaftlichen Institutionen sowie in der Pharmaindustrie sind zahlreiche Ärzte tätig. Des Weiteren sollten eine gewisse Affinität zu naturwissenschaftlichen Fächern und die Bereitschaft zu einem hohen Einsatz während des Studiums vorhanden sein. Wenn Ihnen die Naturwissenschaften bis zum Abitur keine besondere Freude bereitet haben, sollten Sie sich wahrscheinlich lieber für ein anderes Studienfach entscheiden. Bringen Sie jedoch die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Medizinstudium mit, so steht Ihnen der Weg in einen der vielseitigsten und anspruchsvollsten Berufe offen.